Gesetzliche Krankenversicherung

Ohne Krankenversicherung – was tun?

Obwohl in Deutschland schon vor Jahren eine Krankenversicherungspflicht eingeführt wurde, haben immer noch zu viele Bürger keine Absicherung für den Krankheitsfall. Für Menschen, die keine Krankenversicherung haben, gibt es eine Lösung.

Das Wichtigste in Kürze
  1. Etliche Menschen in Deutschland haben trotz einer Versicherungspflicht keine Krankenversicherung.
  2. Die Rückkehr in die gesetzliche oder private Krankenversicherung ist für die Betroffenen oft mit hohen Kosten verbunden.
  3. Ermäßigungen und spezielle Tarife sollen Nicht-Versicherten den Wiedereinstieg erleichtern.

Seit 2007 gilt für die gesetzliche (GKV) und seit 2009 für die private Krankenversicherung (PKV) eine allgemeine Versicherungspflicht. Der Versicherungsschutz wird jedoch nicht – wie etwa die Steuer – bei jedem Bürger über Finanz- oder Einwohnermeldeämter eingefordert und kontrolliert, sondern viele, z.B. freiwillig gesetzlich Krankenversicherte, müssen sich selbst melden. Tut man das nicht, muss man nachzahlen, selbst für mehrere Jahre rückwirkend. Zwar nicht den vollen Betrag, aber trotzdem kann das einige tausend Euro ausmachen.

Die richtige Krankenversicherung finden

Zunächst ist wichtig, zu klären, ob die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zuständig ist oder die private (PKV). Wer zuletzt in der GKV war, gehört dorthin. Wer privat versichert war, zur PKV. Wer unsicher ist, meldet sich besser zuerst bei einer Krankenkasse (GKV) an, die das dann klären sollte.

Gesetzliche Krankenversicherung: Wer sich als Noch-nicht-Versicherter bei einer Krankenkasse meldet, muss für jeden Monat zwischen Beginn der Versicherungspflicht und der Anmeldung einen ermäßigten Betrag von weniger als 50 Euro zahlen, allerdings kommen noch die Kosten für die Pflegeversicherung dazu. Die Konditionen gelten nur, wenn der Zeitraum länger als drei Monate ist, keine Leistungen der Krankenkasse in Anspruch genommen wurden oder diese Kosten zurückgezahlt werden und man vorher pflichtversichert war.
Freiwillig Versicherte müssen die vollen Beiträge nachzahlen, lediglich noch nicht beglichene Säumniszuschläge werden ihnen auf monatlich 1 Prozent ermäßigt.

Gut zu wissen

Beitragsschulden in der gesetzlichen Versicherung verjähren nach vier Jahren – außer bei vorsätzlichem Vorenthalten. Normalerweise werden von Neuversicherten also höchstens die reduzierten Beiträge für vier bis fünf rückständige Jahre gefordert.

Vielen Dank an die Verbraucherzentrale